Methylhexanamin

Methylhexanamin (Abb.1) ist ein Stimulanz, das in den letzten Jahren als Substanz vielen Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt wird. Die Präparate werden unter anderem als „Fettburner“ und als Produkte zur „Verbesserung der Sauerstoffkapazität bei harten Belastungen“ intensiv beworben. Auf den Inhaltsstofflisten werden häufig analoge Bezeichnungen für Methylhexanamine verwendet, die nicht namentlich auf der Dopingliste stehen. Beispiele für diese analogen Namen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Neben diesen analogen Namen werden bei Methylhexanamin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln als Inhaltsstoffe auch Geranium Extrakte aufgeführt, wie z.B. Geranium Wurzel Extrakt (geranium root extract), Geranium Öl Extrakt (geranium oil extract), usw.

analoge Bezeichnungen für Methylhexanamin:

4-Methyl-2-hexanamin(e) Forthan(e)
4-Methyl-2-hexylamin(e) 2-Hexanamine, 4-methyl-
2-Methyl-4-methylhexan Floradrene
1,3-Dimethylamylamin(e) DMAA
1,3-Dimethylpentylamin(e) Geranamin(e)
2-Amino-4-methylhexan(e) Pentylamine, 1, 3-dimethyl-


Abb.1 Strukturformel von Methylhexanamin

Ursprünglich wurde Methylhexanamin für medizinische Zwecke von der Firma Eli Lilly ab 1944 als Forthane sulfate zum Abschwellen bei nasalen Beschwerden vermarktet. Die Substanz wird heute aber nicht mehr medizinisch verwendet.

Doping
Methylhexanamin wird seit 2010 von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als Stimulanz namentlich verboten. Dabei wird es zu der Gruppe der spezifizierten Substanzen eingeordnet, womit die Möglichkeit besteht, bei einem Dopingverstoß eine reduzierte Sanktion auszusprechen. Vor 2010 wurde die Verbindung unter dem Begriff "und verwandte Verbindung" als dopingrelevant zur Gruppe der Stimulanzien subsumiert. In der Statistik der WADA akkreditierten Laboratorien taucht Methylhexanamin erstmalig 2008 auf. Im Jahr 2008 wurde weltweit nur ein Dopingverstoß mit Methylhexanamin berichtet, im Jahr 2009 waren es bereits 31, im Jahr 2010 123, 2011 283 und 2012 320 Fälle. Damit entfallen im Jahr 2012 auf Methylhexanamin 45% aller Dopingbefunde mit Stimulanzien. Ab 2013 sind die positiven Befunde mit Methylhexanamin weltweit rückläufig.

Jahr
AAF
2008
1
2009
31
2010
123
2011
283
2012
320
2013
169
2014
71
WADA Statistik für Methylhexanamin
Adverse Analytical Finding (AAF)


Institut für Biochemie der DSHS Köln, letztes Update 2.6.2016 www.dopinginfo.de